Wirtschafts-Newsletter v. 31.07.2018 Landkreis Bad Kissingen

Edles Design trifft auf viel Liebe für traditionelle Details – so kommt er daher, der erste Wein des Landkreises Bad Kissingen aus dem Museumsweinberg bei Hammelburg. Sein Name: Frantiquo.

    

80 Flaschen Ertrag verzeichnete die erste Lese des neuen Tropfens mit historischen Wurzeln. Landrat Thomas Bold war einer der ersten, die den Landkreis-Wein kosten durften. Sein Fazit: „Ein einmaliges Geschmackserlebnis“.
Zusammen mit dem Ersten Bürgermeister der Stadt Hammelburg, Armin Warmuth, und Josef Engelhart von der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau zog Bold eine erste Bilanz des MainMuschelkalk LIFE+ Naturprojektes am Hammelberg. „Auf einer Weinanbaufläche von 6000 Hektar in ganz Franken, wird auf nur noch acht Hektar der Alte fränkische Satz angebaut. Unser Ziel war es, im Gebiet der ältesten Weinstadt Frankens die Ursprünge mit diesem Museumsweinberg erlebbar zu machen und gleichzeitig die Biodiversität zu steigern. Das ist uns gelungen. Wir freuen uns, dass das Projekt bereits bei zahlreichen Gästen auf Interesse gestoßen ist.“

Vor drei Jahren wurden über 500 Pflanzen des sogenannten „Alten fränkischen Satzes“ nach historischem Vorbild gesetzt. Sorten wie Adel- und Vogelfränkisch, Weißer Heunisch, Hartblau, Süßrot, und Co. gesellten sich zu Weißem Riesling, Gewürztraminer, Grünem, Blauem, Rotem und Gelbem Silvaner und Gelbem und Rotem Musakteller. Angelegt sind die Rebstöcke auf dem rund 1.000 m² großen Museumsweinberg nach der fränkischen Kopferziehung. Dabei werden die Reben an drei Pfählen hochgebunden, wobei der Kopf des Stockes relativ niedrig am Boden sitzt und im Winter durch Laub und Erde geschützt ist. Diese Methode ist relativ arbeitsaufwändig und bedarf viel Handarbeit.

Trotz dieser Anbauart berichtet Weinküfermeister Marcel Hümmler, der den Weinberg im Namen des Landkreises Bad Kissingen bewirtschaftet, von 70-prozentigen Frostschäden im vergangenen Jahr. Es sah zunächst schlecht um den Pflanzenbestand aus. Doch die Mischung der Rebsorten des alten fränkischen Satzes diente früher wie heute eben auch dazu, immer eine ausreichende Menge an Weintrauben ernten zu können, trotz klimatischer Unbilden. Jede Weinrebe hat ihre eigenen Ansprüche was Wetter und Niederschläge betrifft: Ist es warm, entwickeln sich die Wärme liebenden Reben gut, bei Kälte gedeihen die frostsicheren Reben besser. So brachte die erste Ernte am Museumsweinberg – trotz Frost – rund 60 Liter Ertrag.

Dieser soll sich zukünftig noch steigern. Vermarktet wird der Wein dann vor allem über das Weingut Hümmler, aber auch über den Landkreis Bad Kissingen.    

Besonderer Name

Genauso wie das Projekt, dessen Resultat der edle Tropfen ist, ist auch der Name „Frantiquo“ etwas Besonderes. Er ist eine eigene Wortschöpfung und eine Mischung aus „Franken“ und „Antiquo“, dem lateinischen Wort für alt / das Alte. Franken steht hierbei für ein klares Bekenntnis zur Region und als Schlüssel für die Herkunft des Weines. Antiquo steht stellvertretend für die sehr lange Tradition des Weinbaus im Landkreis Bad Kissingen sowie für die Besonderheit des historischen Weinbaus und die traditionelle Drei-Pfahl-Erziehung der Rebe.